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Eine der häufigsten Fragen von PV-Besitzern lautet: Wie viel Bitcoin kann ich mit meiner Solaranlage eigentlich minen? Die ehrliche Antwort vorweg: Das hängt weniger von der Größe Ihrer Anlage ab, als viele denken – sondern von drei anderen Faktoren. Und einen davon kann niemand vorhersagen.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie den Ertrag realistisch einschätzen – mit Rechenbeispielen, ehrlichen Spannen und ohne Versprechen.
Die kurze, ehrliche Antwort
Wie viel Bitcoin – genauer: wie viele Sats (die kleinste Bitcoin-Einheit) – am Ende herauskommt, hängt an drei Dingen:
- Ihr freier Überschuss und der tatsächlich nutzbare zeitliche Anteil in Kilowattstunden.
- Die Effizienz des Miners in Joule pro Terahash (J/TH), seine Leistungsaufnahme und verfügbare Laufzeit.
- Netzwerk-Hashrate, Netzwerk-Difficulty, Blocksubvention und Poolgebühr für den BTC-Erwartungswert; der Bitcoin-Kurs bestimmt anschließend den Euro-Gegenwert.
Überschuss und Miner-Effizienz lassen sich anhand von Messwerten und konkretem Betriebspunkt eingrenzen; bloße Jahresmengen reichen für die Laufzeit nicht. Die Netzwerkbedingungen bestimmen den erwarteten Bitcoin-Anteil. Der Bitcoin-Kurs verändert dessen Euro-Gegenwert, nicht unmittelbar die bei gleicher Hashrate geminte BTC-Menge.
Schritt 1: Wie viel freier Überschuss haben Sie?
Entscheidend ist der Überschuss nach dem bestehenden Eigenverbrauch: Haushalt, Wärmepumpe, E-Auto und Warmwasser. Die folgende Tabelle verwendet als reine Orientierung 1.000 kWh PV-Jahresertrag je kWp und beispielhafte freie Überschüsse. Die bisherige Spanne 900–1.050 kWh/kWp ist kein Standortnachweis; Ausrichtung, Wetter, Verschattung und Lastprofil können deutlich abweichen. Aus der Anlagengröße allein folgt weder eine feste Einspeisequote noch eine Miner-Laufzeit.
| Anlagengröße | Jahreserzeugung (ca.) | freier Überschuss (grob) |
|---|---|---|
| 5 kWp | ~5.000 kWh | ~2.500–3.500 kWh |
| 10 kWp | ~10.000 kWh | ~5.000–7.000 kWh |
| 15 kWp | ~15.000 kWh | ~8.000–11.000 kWh |
| 20 kWp | ~20.000 kWh | ~11.000–15.000 kWh |
Illustrative Eingaben, keine Ertragsprognose. Freier Jahresüberschuss ist eine obere Energiemengengrenze; nur der bei ausreichender Leistung tatsächlich abgenommene Anteil kann im Miner genutzt werden.
Schritt 2: Was macht ein Miner daraus?
Ein überschussgeführter Miner läuft, wenn genug PV-Überschuss da ist, und wandelt diese Kilowattstunden in Rechenleistung (Hashrate) – und dafür anteilig in Bitcoin. Wie viele Sats pro Kilowattstunde herauskommen, hängt von der Miner-Effizienz und den aktuellen Netzwerkbedingungen ab.
Ein nachvollziehbarer Anhaltspunkt verwendet ausdrücklich manuelle Modellwerte: 900 EH/s Netzwerk-Hashrate, 80.000 €/BTC, 144 Blöcke/Tag, 3,125 BTC Blocksubvention und 2 % Poolgebühr; Transaktionsgebühren nicht enthalten. Daraus folgen nach Poolgebühr 39,20 €/PH/Tag. Bei 15–20 J/TH entsprechen diese Eingaben 8,17–10,89 ct Mining-Erlös je kWh nach Poolgebühr, aber vor Energie-, Wartungs- und Kapitalkosten. Bei 17,5 J/TH sind es 9,3333 ct/kWh. Das ist kein belegter Durchschnitt der letzten zwölf Monate und liegt in diesem Beispiel deutlich unter einem Netzstrompreis von 30 ct/kWh.
Entscheidend ist der Vergleich mit dem tatsächlichen Vergütungs- oder Vermarktungssatz. Bei 3 ct/kWh Einspeisung ergeben 9,3333 ct Mining-Erlös zunächst 6,3333 ct/kWh Vorteil vor Wartung, Zusatztechnik und Hardware. Bei höheren Einspeiseerlösen, niedrigerem Bitcoin-Kurs oder wachsender Netzwerk-Hashrate kann dieser Vorteil schrumpfen oder negativ werden. „Mehr Erlös als Einspeisung“ ist deshalb noch kein positives Jahresergebnis und kein Beleg für eine Amortisation.
Ein Rechenbeispiel (ohne Garantie)
Modell einer ausgeförderten 10-kWp-Anlage: 10.000 kWh PV-Erzeugung, davon 5.000 kWh vorhandener direkter Eigenverbrauch und 5.000 kWh freier Überschuss. Netto-Einspeisung ausdrücklich mit 3 ct/kWh angenommen; zusätzlicher Netzpreis 30 ct/kWh, Miner-Netzbezug 0 kWh. S21-Modellbetriebspunkt: 200 TH/s und 3.500 W bei den oben genannten 900 EH/s, 80.000 €/BTC, 3,125 BTC, 144 Blöcken/Tag und 2 % Poolgebühr. Tatsächlich nutzbare Miner-Energie wird mit 3.500 kWh beziehungsweise 1.000 Volllaststunden angesetzt; der Rest wird weiter eingespeist. Gesamtinvestition einschließlich erforderlicher Zusatztechnik 3.000 €, Nutzungsdauer 5 Jahre, Wartung 60 €/Jahr, Wärmegutschrift 0 €. Zusätzliche elektrische Hilfsenergie außerhalb des Betriebspunkts ist mit 0 kWh angesetzt; reale Angebote müssen sie ergänzen.
- Beim Einspeisen ohne Miner: 5.000 kWh × 0,03 € = 150 €/Jahr.
- Beim Mining: 3.500 kWh ergeben 326,67 € erwarteten Mining-Erlös; 1.500 kWh Rest-Einspeisung ergeben weitere 45 €. Der inkrementelle Miner-Vorteil ist 326,67 € minus 105 € entgangener Einspeisung = 221,67 € vor Wartung. Nach 60 € Wartung verbleiben 161,67 € Betriebsüberschuss. Nach 3.000 €/5 Jahre = 600 € jährlichem Kapitalansatz beträgt das Jahresergebnis −438,33 €. Einfache Amortisation: 18,56 Jahre, keine Amortisation innerhalb von 5 Jahren. Im ersten Jahr nach voller Anfangsinvestition beträgt der Zahlungsüberschuss −2.838,33 €. Kontrolle der PV-Bilanz: 5.000 Haushalt + 3.500 Miner + 1.500 Einspeisung = 10.000 kWh.
Der erwartete BTC-Ertrag ist 200/(900 × 1.000.000) × (1.000/24) × 144 × 3,125 × 0,98 = 0,00408333 BTC beziehungsweise rund 408.333 Sats/Jahr. Eigene Annahmen lassen sich im Mining-Rechner prüfen; Quelle und Stand der Kurs-/Netzwerkwerte sind dabei zu beachten. Die feste Referenz dieses Artikels ist kein Live-Kurs.
Warum die Anlagengröße nicht allein entscheidet
Zwei Anlagen mit derselben kWp-Zahl können unterschiedlich viel Bitcoin erzeugen. Entscheidend sind freier Überschuss und dessen tatsächlich nutzbares Zeitprofil. Bestehender sinnvoller Eigenverbrauch hat Vorrang; anschließend wird der Rest wirtschaftlich gegen Einspeisung geprüft. Mehr dazu im Vergleich Wärmepumpe oder Bitcoin-Miner.
Genauso wichtig ist die Miner-Effizienz: Ein altes, ineffizientes Gerät macht aus denselben Kilowattstunden viel weniger Sats als ein modernes. Ein Blick in unsere Miner-Übersicht lohnt sich.
Die ehrliche Wahrheit über den Ertrag
Niemand kann den Euro-Ertrag in fünf Jahren sicher angeben. Netzwerk-Hashrate, Mining-Difficulty, Bitcoin-Kurs und Blocksubvention können sich ändern. Ein Miner wandelt Strom mit einem konkreten Alternativwert in einen unsicheren Bitcoin-Ertrag um. Abwärme zählt nur dann als zusätzlicher Nutzen, wenn sie zeitlich passenden Wärmebedarf ersetzt; im Beispiel wird dafür mangels Nachweis kein Geldwert angesetzt.
Eine niedrige Einspeisevergütung kann die Vergleichsrechnung verbessern, macht Mining aber nicht automatisch rentabel. Im Beispiel bleibt das Jahresergebnis einschließlich Investition negativ. Für ausgeförderte Anlagen und die EEG-Reform 2027 sind zusätzlich die jeweils geltenden Vergütungs- und Vermarktungsbedingungen zu unterscheiden.
Unsere Einschätzung
So gehen Sie am besten vor: Verschaffen Sie sich mit dem Mining-Rechner eine erste, unverbindliche Orientierung für Ihre Anlagengröße. Wenn Sie es genauer und auf Ihre konkrete Situation bezogen wissen wollen – inklusive einer klaren Ampel, ob sich Mining bei Ihnen überhaupt lohnt –, ist der Überschuss-Schnellcheck der nächste Schritt. Steht die Ampel auf Rot, sagen wir Ihnen das ehrlich.
Rechenstand: 9. September 2026. Alle Kurse, Netzwerkwerte und Betriebspunkte bleiben im Rechenmodell konstant; keine Live-Kurse oder Prognose. Künftige Halvings, Finanzierung, Steuern und Restwerte sind nicht eingerechnet. Investitionen sind Rechenbudgets, keine aktuellen Marktangebote. Jahresergebnis = Betriebsüberschuss minus Investition/Nutzungsjahre; dies ist keine steuerliche Abschreibung. Einfache Amortisation unterstellt unveränderte Jahreswerte und ist keine Zusage. Keine Anlage-, Steuer- oder Kaufberatung; Mining-Erträge werden nicht garantiert.
Den konkreten Ertrag für Ihre Anlage schätzt der Mining-Rechner. Ob sich Mining bei Ihnen lohnt, klärt am schnellsten der Überschuss-Schnellcheck.
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