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Wer eine ausgeförderte Photovoltaikanlage betreibt oder Strom direkt vermarktet, muss gesetzliche Anschlussvergütung und vertragliche Verkaufserlöse unterscheiden. Der Marktwert Solar ist eine wichtige Bezugsgröße. Er schwankt und ist keine gesicherte Zukunftsprognose. Dieser Ratgeber erläutert Berechnung, historische Vergleichsdaten und die Bedeutung für Ü20-Anlagen, Direktvermarkter und die Entscheidung „einspeisen oder selbst nutzen“. Quelle: § 23b EEG.
Was ist der Marktwert Solar?
Der Marktwert Solar ist der durchschnittliche Börsenpreis, den Solarstrom in Deutschland erzielt – gewichtet nach der tatsächlichen Solarerzeugung. Die vier Übertragungsnetzbetreiber berechnen ihn aus den Viertelstunden- bzw. Stundenpreisen des Day-Ahead-Marktes: In jeder Stunde wird der Börsenpreis mit der in dieser Stunde erzeugten Solarstrommenge multipliziert, am Ende wird durch die Gesamtmenge geteilt. Das Ergebnis wird monatlich als Monatsmarktwert Solar und einmal jährlich als Jahresmarktwert Solar auf netztransparenz.de veröffentlicht.
Solaranlagen produzieren häufig zu ähnlichen Zeiten; ein hohes Angebot kann dann den Börsenpreis drücken. Deshalb kann der Marktwert Solar unter dem durchschnittlichen Börsenstrompreis liegen. Die bisher verwendeten Vergleichswerte für Juli 2026 – 10,5 Cent Börsenpreis und 5,2 Cent Marktwert Solar – sind hier nicht erneut als historische Daten verifiziert und dürfen nicht als aktuelle Planungsgrundlage dienen. Fachleute nennen das den Kannibalisierungseffekt : Je mehr Photovoltaik installiert ist, desto weniger ist die einzelne Solar-Kilowattstunde zur Mittagszeit wert.
Marktwert Solar 2026: die Monatswerte
| Monat 2026 | Marktwert Solar (ct/kWh) | Einordnung |
|---|---|---|
| Januar | 11,019 | wenig Sonne, hohe Winterpreise – Solarstrom ist knapp und wertvoll |
| Februar | 7,717 | |
| März | 5,455 | |
| April | 1,317 | zweitniedrigster je gemessener Monatswert – viele Negativpreisstunden |
| Mai | 3,163 | |
| Juni | 6,190 | Erholung durch höhere Gas- und Spotpreise |
| Juli | 5,226 | Spotmarkt gleichzeitig bei 10,5 ct – Solar deutlich darunter |
| August | – | Aktuellen Wert bei den Übertragungsnetzbetreibern prüfen |
Die bisher übernommenen historischen Jahreswerte lauten 2024: 4,624 ct/kWh und 2025: 4,508 ct/kWh; sie wurden hier nicht erneut aus den Originaldaten geprüft. Ein endgültiger Jahresmarktwert Solar 2026 steht vor Abschluss des Jahres nicht fest. Der Jahreswert ist nach Erzeugung gewichtet; ein einfaches Mittel der Monatswerte oder die Fortschreibung des ersten Halbjahres ist keine belastbare Prognose.
Warum der Wert fällt: 573 Negativpreisstunden im Jahr 2025
Die Bundesnetzagentur zählt für 2025 insgesamt 573 von 8.760 Stunden mit negativen Großhandelspreisen, für 2024 waren es 457 von 8.784 Stunden. Diese historischen Zahlen beschreiben nicht automatisch Vergütungsausfälle einzelner PV-Anlagen. Eine Jahresprognose für 2026 oder dauerhaft fallende Marktwerte wird daraus nicht abgeleitet. Negative Preise können bei zeitweisem Überangebot entstehen und den gewichteten Marktwert Solar beeinflussen. Quelle: Bundesnetzagentur: Strommarkt 2025.
Was Ü20-Anlagen wirklich bekommen: die Anschlussvergütung
Für ausgeförderte Anlagen bis 100 kW kann nach geltendem EEG die Anschlussvergütung bis 31. Dezember 2032 genutzt werden. Grundlage ist der Jahresmarktwert, begrenzt auf höchstens 10 ct/kWh, abzüglich des Vermarktungsabzugs. Sie ist von der Direktvermarktung mit vertraglichen Erlösen zu unterscheiden. Der Abzug halbiert sich bei Ausstattung mit einem intelligenten Messsystem. Die jährlichen Abzugsbeträge in der Tabelle bleiben hier ungeprüfte historische Angaben; maßgeblich ist die Veröffentlichung der Übertragungsnetzbetreiber. Zuordnung zur Anschlussvergütung und mögliche Wechsel sind anlagenspezifisch zu prüfen. Quelle: § 21 EEG, § 23b EEG, § 25 EEG, § 53 EEG.
| Jahr | Jahresmarktwert Solar | Abzug Vermarktung | Anschlussvergütung Ü20 |
|---|---|---|---|
| 2024 | 4,624 ct | 1,808 ct | 2,816 ct/kWh |
| 2025 | 4,508 ct | 0,715 ct | 3,793 ct/kWh |
| 2026 | offen (Jan. 2027) | 0,228 ct | ≈ Jahresmarktwert − 0,23 ct |
Auch im Zusammenhang mit dem Solarspitzengesetz sind zwei Unterschiede entscheidend: Die Anschlussvergütung ausgeförderter Anlagen wird aus Jahresmarktwert und Vermarktungsabzug ermittelt. Ein negativer Börsenpreis bedeutet hier nicht automatisch null Vergütung für die einzelne Viertelstunde. Bei Direktvermarktung hängen Erlöse dagegen von Marktpreisen, Produktionsprofil und Vertrag ab; sie sind nicht mit der gesetzlichen Anschlussvergütung gleichzusetzen. Für Bestandsanlagen gelten die jeweiligen Übergänge. Unterjährige Abschläge sind mit dem Netzbetreiber zu klären. Quelle: § 23b EEG, § 53 EEG, § 100 EEG.
Was der Marktwert Solar für Sie bedeutet
- Ü20-Betreiber bis 100 kWp: Prüfen Sie die gesetzliche Anschlussvergütung und den veröffentlichten Jahresmarktwert. 3 bis 4,5 Cent sind eine bisher verwendete Modellspanne, keine Prognose. Beim Eigenverbrauch – gegebenenfalls mit Batteriespeicher – zählen Ihr Netzstromtarif und Zusatzkosten. Die bestehenden Ratgeber erläutern weitere Optionen. Quelle: § 23b EEG, § 53 EEG. Weiterführend: Eigenverbrauch · PV-Anlage nach 20 Jahren · Ü20-Anlage im Betrieb.
- Direktvermarkter: Die reguläre feste Einspeisevergütung steht nach geltendem EEG grundsätzlich Anlagen bis einschließlich 100 kW offen; größere Anlagen und Sonderfälle sind getrennt zu prüfen. Vertraglicher Verkaufserlös, Monatsmarktwert und mögliche Marktprämie sind unterschiedliche Größen. Vermarktungskosten und negative Preise können das Ergebnis beeinflussen. Quelle: § 21 EEG.
- Neuanlagen ab 2027: Der Regierungsentwurf zum EEG 2027 sieht für neue Anlagen unter 25 kW keine dauerhafte Förderung mehr und einen vierjährigen Direktvermarktungsbonus vor. Die endgültigen Regeln und Übergänge stehen noch nicht fest. Ein Erlös von 3 bis 5 Cent ist keine gesicherte Planungsgröße; vergleichen Sie Szenarien und konkrete Vermarktungsangebote. Quelle: Bundesregierung: Regierungsentwurf. Weiterführend: EEG-Reform 2027.
- Wer den Überschuss lieber verwertet: Bei einer Opportunität von 3 bis 4 Cent je Kilowattstunde sehen flexible Verbraucher deutlich besser aus als bei 8 Cent Einspeisevergütung – Warmwasser, E-Auto, Wärmepumpe und zuletzt ein drosselbarer Bitcoin-Miner. Was die Kilowattstunde dort einbringt, rechnet der Ratgeber Lohnt sich Bitcoin-Mining mit PV-Überschuss? ehrlich vor.
Weiterführend: Alle Wege, den Überschuss zu Geld zu machen – Einspeisung, Direktvermarktung, Mieterstrom, Gebäudeversorgung und Energy Sharing – vergleicht der Ratgeber PV-Überschuss verkaufen 2026.
Häufige Fragen zum Marktwert Solar
Wo finde ich den aktuellen Marktwert Solar?
Auf netztransparenz.de unter „Marktwertübersicht“. Die Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen den Monatswert jeweils Anfang des Folgemonats, den Jahreswert im Januar des Folgejahres.
Kann der Marktwert Solar negativ werden?
Der Marktwert Solar wird aus Preisen und Erzeugung gewichtet berechnet. Negative Einzelpreise sowie Monats- und Jahreswerte sind zu unterscheiden. Ein negativer Monatswert kann nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Für die gesetzliche Anschlussvergütung ausgeförderter Anlagen gelten besondere EEG-Regeln. Quelle: § 23b EEG.
Bekomme ich als Ü20-Betreiber den Monats- oder den Jahreswert?
Die gesetzliche Anschlussvergütung basiert auf dem Jahresmarktwert abzüglich des Vermarktungsabzugs. Höhe und Abrechnung unterjähriger Abschläge sollten Sie mit Ihrem Netzbetreiber klären; der endgültige Jahreswert steht erst nach Jahresende fest. Quelle: § 23b EEG, § 53 EEG.
Lohnt sich ein Smart Meter für die Ü20-Anlage?
Der gesetzliche Vermarktungsabzug halbiert sich mit intelligentem Messsystem. Der hier verwendete Abzug von 0,228 Cent für 2026 und die abgeleiteten etwa 0,11 Cent Ersparnis sind nicht erneut verifizierte Vergleichsannahmen. Für dynamische Stromtarife ist ein intelligentes Messsystem erforderlich; für lokale Überschusssteuerung gibt es unterschiedliche technische Lösungen. Vergleichen Sie Messkosten und tatsächlichen Nutzen. Quelle: § 53 EEG, Bundesnetzagentur: Dynamische Stromtarife.
Wird der Marktwert Solar wieder steigen?
Das lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Gas- und CO₂-Preise, Wetter, Erzeugung, Nachfrage, Speicher und flexible Lasten beeinflussen den Marktwert Solar. Weder eine dauerhafte Abwärtsentwicklung noch eine Rückkehr zu einem bestimmten Centbetrag ist hier als Prognose belegt.
Quellen
- Übertragungsnetzbetreiber: Marktwertübersicht auf netztransparenz.de (Monats- und Jahresmarktwerte, Abzugsbeträge)
- DGS: Der Jahresmarktwert Solar 2025 (Jahreswerte, Anschlussvergütung Ü20)
- pv magazine: Marktwert Solar fällt im Juli auf 5,226 Cent
- Solarenergie-Förderverein: Grundlagen für den Weiterbetrieb von Ü20-Anlagen
- Gesetzestext: § 23b EEG
Stand: September 2026. Die historische Datentabelle wurde nicht erneut verifiziert und ist keine Prognose. Rechtsinformationen geprüft zum 9. September 2026. Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.
Was das für Ihre Anlage nach dem 20. Jahr heißt, zeigen die Ratgeber PV-Anlage nach 20 Jahren und Ü20-Anlage im Betrieb; die Regeln für negative Preise erklärt Solarspitzengesetz & Negativpreise.
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