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Transparenz: Dieses Fallbeispiel ist eine Modellrechnung mit einem fiktiven Milchviehbetrieb. Die monatlichen Energiemengen sind Annahmen, keine Messreihe oder Ertragsprognose. Alle Kurse, Netzwerkwerte und Betriebspunkte bleiben im Rechenmodell konstant; keine Live-Kurse oder Prognose. Künftige Halvings, Finanzierung, Steuern und Restwerte sind nicht eingerechnet. Investitionen sind Rechenbudgets, keine aktuellen Marktangebote. Jahresergebnis = Betriebsüberschuss minus Investition/Nutzungsjahre; dies ist keine steuerliche Abschreibung. Einfache Amortisation unterstellt unveränderte Jahreswerte und ist keine Zusage. Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung, keine Renditeversprechen.
Ausgangssituation
Ein Milchviehbetrieb in Südbrandenburg, 80 Kühe, Stall und Fahrsilo, dazu Heu- und Getreidetrocknung mit einem ölbetriebenen Warmlufterzeuger. Auf dem Stalldach liegt seit 2006 eine 100-kWp-Photovoltaikanlage als Volleinspeiser. Unter den hier angenommenen EEG-Voraussetzungen endet die reguläre Förderung am 31. Dezember 2026. Für ausgeförderte Anlagen bis einschließlich 100 kW kann die Ü20-Anschlussvergütung bis Ende 2032 greifen; Anlagenzusammenfassung und übrige Voraussetzungen sind zu prüfen (§ 3 Nr. 3a EEG, § 25 EEG). Die angenommenen 3 ct/kWh sind ein manuell gesetzter Netto-Vergleichswert, keine zugesagte Anschlussvergütung für 2027 und keine Trendprognose. Einordnung: Marktwert Solar. Der Betrieb verbraucht 65.000 kWh Strom im Jahr: Melkanlage, Milchkühlung, Vakuumpumpe, Lüftung, Beleuchtung, Werkstatt. Bisher fließt der gesamte PV-Strom ins Netz.
Die Frage des Betriebsleiters ist die typische Ü20-Frage: Was tun mit einer technisch weiter betreibbaren Anlage nach dem Förderende? Weitere fünfzehn Betriebsjahre wären eine Zustands- und Investitionsannahme, keine zugesicherte Lebensdauer oder Vergütung. Die drei Schritte aus dem Ratgeber Ü20-Anlage im Betrieb werden hier als getrennte wirtschaftliche Beiträge durchgerechnet.
Annahmen (Modell)
| Parameter | Annahme | Bemerkung |
|---|---|---|
| Jahresertrag PV | 95.000 kWh | 950 kWh/kWp, Südbrandenburg; manuelle Ertragsannahme |
| Stromverbrauch Betrieb | 65.000 kWh/Jahr | Vorhandene elektrische Lasten; Melken/Kühlen morgens und abends |
| Marktwert Solar / Ü20-Vergleich | 3 ct/kWh | Manuelle Netto-Anschlussvergütung im Modell; kein garantierter Marktwert oder heutiges Angebot |
| Netzstrompreis | 28 ct/kWh | Vollständiger zusätzlicher Bezugspreis; Miner-Netzbezug 0 kWh |
| Hashprice / Bitcoin-Kurs | 900 EH/s Netzwerk-Hashrate, 80.000 €/BTC, 144 Blöcke/Tag, 3,125 BTC Blocksubvention und 2 % Poolgebühr; Transaktionsgebühren nicht enthalten | Daraus 40 €/PH/Tag vor und 39,20 €/PH/Tag nach Poolgebühr; keine weitere USD-Umrechnung |
| Mining-Erlös je kWh | S21 (17,5 J/TH): 9,3333 ct; S19j Pro (29,5 J/TH): 5,5367 ct | Nach Poolgebühr, vor Energie-, Wartungs- und Kapitalkosten; Rechnungs-Ratgeber |
| Wärmewert Trocknung | 9 ct/kWh tatsächlich genutzter Wärme | Ausdrücklicher vermiedener Nutzwärmepreis der bestehenden Heizöl-Warmluft; nicht bloßer Brennstoffpreis; Juni–September, 80 % nutzbare Übertragung |
| Umstellung Messkonzept | 2.500 € einmalig, 10 Jahre | Separater Vorteil des Eigenverbrauchs; Volleinspeisung → Überschusseinspeisung, Zähler, Netzbetreiber |
Schritt 1 und 2: Umstellen und Eigenverbrauch erhöhen
Nach dem Umbau des Messkonzepts fließt der Solarstrom zuerst in den Betrieb. Das Modell setzt vor der Lastverschiebung 30 % und danach 41.000 kWh beziehungsweise 43,16 % PV-Eigenverbrauch an. Dazu werden vorhandene elektrische Lasten verschoben: Milchkühlung, bestehende elektrische Warmwasserbereitung für Melkstand und Reinigung sowie das Laden des vorhandenen elektrischen Hofladers. Es wird kein neuer Fahrzeugkauf oder Wechsel von Öl auf einen Heizstab als kostenlose Einsparung verbucht. 41.000 × 0,28 € = 11.480 € vermiedener Netzbezug; dieselben 41.000 kWh hätten 1.230 € Einspeisung gebracht. Der zusätzliche Vorteil beträgt somit 10.250 €/Jahr vor dem Messumbau. Dessen 2.500 € werden separat auf 10 Jahre verteilt: 10.000 €/Jahr einschließlich dieses Kapitalansatzes, ohne zusätzliche Wartungsdifferenz im Modell. Netzbezug des Betriebs danach 24.000 kWh, verbleibender PV-Überschuss 54.000 kWh. Dieser Vorteil wird dem Miner nicht erneut zugerechnet.
Betriebsstunden und Energiebilanz: das Jahr Monat für Monat
Vier Miner der S21-Klasse haben zusammen 14 kW Nennleistung. Die Steuerung soll nur tatsächlich freien PV-Überschuss nutzen; Regelbereich und Mindestleistung sind geräte- und firmwareabhängig. Eine pauschale Drosselgrenze von 2 kW für alle vier Geräte ist keine gesicherte Betriebseigenschaft. Die Tabelle ist eine Energieannahme für den überschussgeführten Betrieb, keine aus Monatswerten bewiesene Laststeuerung. Für beide Varianten werden 20.080 kWh Miner-Energie und kein zusätzlicher Netzbezug angenommen. Für eine echte Auslegung sind Viertelstunden- beziehungsweise feinere Lastdaten notwendig; bei Drosselung wird hier vereinfachend konstante Effizienz angesetzt.
| Monat | PV-Ertrag | Eigenverbrauch | Überschuss | davon Miner | Rest-Einspeisung |
|---|---|---|---|---|---|
| Januar | 2.375 | 2.000 | 375 | 100 | 275 |
| Februar | 4.275 | 3.000 | 1.275 | 350 | 925 |
| März | 7.600 | 3.700 | 3.900 | 1.300 | 2.600 |
| April | 10.450 | 3.900 | 6.550 | 2.500 | 4.050 |
| Mai | 12.350 | 4.100 | 8.250 | 3.200 | 5.050 |
| Juni | 12.825 | 4.100 | 8.725 | 3.300 | 5.425 |
| Juli | 12.350 | 4.100 | 8.250 | 3.300 | 4.950 |
| August | 11.400 | 4.100 | 7.300 | 2.900 | 4.400 |
| September | 8.550 | 3.800 | 4.750 | 1.900 | 2.850 |
| Oktober | 6.175 | 3.400 | 2.775 | 900 | 1.875 |
| November | 3.800 | 2.700 | 1.100 | 250 | 850 |
| Dezember | 2.850 | 2.100 | 750 | 80 | 670 |
| Jahr (kWh) | 95.000 | 41.000 | 54.000 | 20.080 | 33.920 |
Die Monatszeilen ergeben exakt 20.080 kWh Miner-Energie und 33.920 kWh Rest-Einspeisung; die Miner erfassen damit 37,19 % des Überschusses, die restliche Einspeisung erlöst im Modell 1.017,60 €. Aus den Monatswerten lassen sich keine täglichen 9–11 Laufstunden beweisen. Auf Nennleistung umgerechnet sind es 1.434,29 Stunden für Variante A beziehungsweise 1.636,25 Stunden für Variante B. Von Juni bis September fallen 11.400 kWh Miner-Energie an. Bei angenommenen 80 % nutzbarer Übertragung und gleichzeitig mindestens 9.120 kWh Trocknungsbedarf sind davon 9.120 kWh nutzbare Wärme anrechenbar. Die restlichen 20 % und jede außerhalb dieses Bedarfs anfallende Wärme erhalten keinen Geldwert.
Mining-Ertrag und Hardware: zwei Varianten
Variante A: vier S21 mit je 200 TH/s und 3.500 W, insgesamt 800 TH/s und 14 kW; Hardwarebudget 9.600 € plus 2.000 € Steuerung, Abluftkanal und Elektrik = 11.600 €, Nutzungsdauer 4 Jahre. Variante B: vier gebrauchte S19j Pro mit je 104 TH/s und 3.068 W, insgesamt 416 TH/s und 12,272 kW; 2.000 € Hardware plus 1.000 € Zusatztechnik = 3.000 €, Nutzungsdauer 3 Jahre. Betriebspunkt B: Bitmain S19j Pro (29,5 J/TH). Beide Varianten nutzen hier dieselbe angenommene Energie und dieselbe tatsächlich verwendete Trocknungswärme; dass beide Zeitprofile dies erlauben, muss separat geprüft werden. Wartung, Filter und Überwachung: je 150 €/Jahr; zusätzliche elektrische Hilfsenergie außerhalb der genannten Leistungsaufnahme wird mit 0 kWh angenommen und muss im realen Projekt ergänzt werden.
| Position pro Jahr | Variante A: 4 × S21 neu | Variante B: 4 × S19j Pro gebraucht |
|---|---|---|
| Aufgenommener PV-Überschuss | 20.080 kWh | 20.080 kWh |
| Erwarteter Bitcoin-Ertrag nach Poolgebühr | 0,02342667 BTC | 0,01389718 BTC |
| Mining-Erlös | 1.874,13 € | 1.111,77 € |
| Entgangene Auffangvergütung (20.080 kWh × 3 ct) | −602,40 € | −602,40 € |
| Wärmegutschrift Trocknung (9.120 kWh × 9 ct) | 820,80 € | 820,80 € |
| Betriebskosten (Filter, Wartung, Überwachung) | −150,00 € | −150,00 € |
| Betriebsüberschuss gegenüber Einspeisen | 1.942,53 € | 1.180,17 € |
| Hardware und Installation (einmalig) | 11.600 € | 3.000 € |
| Angesetzte wirtschaftliche Nutzungsdauer | 4 Jahre | 3 Jahre |
| Jährlicher Kapitalansatz: Investition/Nutzungsjahre | −2.900 € | −1.000 € |
| Jahresergebnis einschließlich Investition | −957,47 € | 180,17 € |
| Rechnerische einfache Amortisation | 5,97 Jahre; außerhalb der 4 Jahre | 2,54 Jahre; innerhalb der 3 Jahre nur bei konstanten Annahmen |
Variante A erzielt −957,47 € Jahresergebnis einschließlich Investition. Ihre einfache Amortisation von 5,97 Jahren liegt über den angesetzten 4 Jahren: innerhalb der Modellnutzungsdauer amortisiert sie sich nicht. Variante B erreicht im statischen Modell +180,17 €/Jahr einschließlich Investition und 2,54 Jahre einfache Amortisation bei 3 Nutzungsjahren. Diese geringe Reserve hängt an Wärmeabnahme, Gerätelaufzeit und konstanten Marktdaten. Gebraucht oder beim Vorbesitzer abgeschrieben heißt nicht kostenlos: Die volle neue Anschaffung ist berücksichtigt. Ohne Trocknungswärme sinkt B auf 359,37 € Betriebsüberschuss und −640,63 € Jahresergebnis. Der erste Jahreszahlungsüberschuss nach voller Anfangsinvestition beträgt bei A −9.657,47 € und bei B −1.819,83 €.
Wann kippt das Ergebnis? Drei Sensitivitäten
- Hashprice +50 %: Modellhaft 120.000 €/BTC bei unverändert 900 EH/s und sonst gleichen Eingaben. A: 2.811,20 € Mining-Erlös, 2.879,60 € Betriebsüberschuss, −20,40 € Jahresergebnis und 4,03 Jahre einfache Amortisation; damit noch außerhalb der 4 Nutzungsjahre. B: 1.667,66 € Mining-Erlös, 1.736,06 € Betriebsüberschuss, 736,06 € Jahresergebnis und 1,73 Jahre einfache Amortisation.
- Hashprice −30 %: Modellhaft 56.000 €/BTC bei gleichbleibendem Netzwerk. A: 1.380,29 € Betriebsüberschuss und −1.519,71 € Jahresergebnis. B: 846,64 € Betriebsüberschuss und −153,36 € Jahresergebnis; 3,54 Jahre einfache Amortisation liegen über 3 Nutzungsjahren. Wärme hält den Betrieb positiv, aber nicht das Ergebnis einschließlich Investition.
- Kein Trocknungsbedarf: Die 820,80 € Wärmegutschrift entfällt vollständig. A: 1.121,73 € Betriebsüberschuss und −1.778,27 € Jahresergebnis; B: 359,37 € Betriebsüberschuss und −640,63 € Jahresergebnis. Beide verfehlen damit die Amortisation innerhalb ihrer Nutzungsdauer.
Fazit
Der größte zusätzliche Vorteil entsteht im Modell durch Eigenverbrauch: 11.480 € vermiedener Netzbezug abzüglich 1.230 € entgangener Einspeisung ergeben 10.250 € vor Messumbau. Die bisher dafür genannten 2.850 € gehören zur Einspeisung der gesamten 95.000 kWh und waren kein Vergleichswert für 41.000 kWh. Mining verwertet separat 20.080 kWh, die sonst 602,40 € erbracht hätten. Variante B erzeugt erwartete rund 1,390 Millionen Sats und 9.120 kWh nutzbare Trocknungswärme; ihre positive Jahresbilanz ist an die vollständigen Modellannahmen gebunden. Neue Hardware oder gebrauchte Geräte sind je nach Angebot, Wärmebedarf und Lastprofil einzeln zu bewerten. Dafür gibt es den Gewerbe-Check und für die Umsetzung das AGM-Paket.
Rechenstand: 9. September 2026. Alle Kurse, Netzwerkwerte und Betriebspunkte bleiben im Rechenmodell konstant; keine Live-Kurse oder Prognose. Künftige Halvings, Finanzierung, Steuern und Restwerte sind nicht eingerechnet. Investitionen sind Rechenbudgets, keine aktuellen Marktangebote. Jahresergebnis = Betriebsüberschuss minus Investition/Nutzungsjahre; dies ist keine steuerliche Abschreibung. Einfache Amortisation unterstellt unveränderte Jahreswerte und ist keine Zusage. Keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung, keine Renditeversprechen.
Die Grundlagen zu Messkonzept und Eigenverbrauchs-Hebeln erklärt der Ratgeber Ü20-Anlage im Betrieb; die Umsetzung für Hof und Halle ist das AGM-Paket, die neutrale Vorprüfung der Gewerbe-Check.
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